Tag 8 bis 10 – 12. bis 14. September

12. September

Am Mittwoch habe ich in der Krippe gearbeitet und am Nachmittag alleine auf die ca. 20 Kinder aufgepasst, da meine Kolleginnen eine Sitzung hatten. Zwar waren sie wieder ganz schön aufgedreht, aber als immer mehr Eltern kamen, um ihre Kinder abzuholen, wurde es langsam ruhiger. Danach war ich noch bei der Hausaufgabenbetreuung und habe mit den Kindern, die schon fertig waren, Memory gespielt. Mit den Großen kann man es sogar nach den richtigen Regeln spielen.

13. September

Am Donnerstag war für mich ein ganz normaler Arbeitstag. Morgens Kinderkrippe und nachmittags Nachhilfe. Dieses Mal habe ich den Kindern nach meiner Deutsch- und Englischstunde, in der wir die Farben gelernt haben, Faules Ei  beigebracht und ich war glücklich zu sehen, dass es auf Anhieb geklappt hat und fast alle Kinder mitgespielt haben. Mit den Kleinen in der Krippe ist es immer schwieriger, ihnen Sachen aus Deutschland beizubringen. Aber eine Sache gibt´s die sie total gerne machen: Upschubiduschubidu…. 🙂 (Das ist eine Art Warm up, das wir in Weingarten in der Jugendarbeit oft gemacht haben.)
Gegen Abend war ich dann mit Eli noch bei zwei Familien zu Besuch. Das gehört auch zu Elis Job: Familien zu begleiten, zu versuchen, ihre Probleme zu lösen und ihnen Untestützung anzubieten.

14. September

Gestern war Cochabambas 202. Geburtstag, der groß mit einer Messe und einem Umzug gefeiert wurde. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und ich fuhr mit meiner Kollegin Elva, die in der Kinderkrippe kocht, und ihrer Tochter Myriam in die Stadt. Und so kam es dazu, dass ich, nachdem ich nur 10 Tage in Bolivien verbracht hatte, auch schon in den Genuss kam, den Präsidenten Evo Morales, den Vizepräsidenten, Álvaro García Linera, den Bürgermeister Cochabambas Edwin Castellanos und viele weitere wichtige Personen live zu sehen. Sehr christlich erzogen schien Evo Morales allerdings nicht, da er kein einziges Gebet mitsprach.  Das liegt daran, dass er aufgrund seiner indigenen Herkunft einer Naturreligion angehört. Evo Morales ist übrigens der erste indigene Präsident Boliviens und ist seit 2006 im Amt.
Nach der Messe gab es einen Aufmarsch der Soldaten, die die Hymne Cochabambas zum Besten gaben, wobei mir ihr militärischer Gesang eher Angst machte… So einem möchte ich nachts lieber nicht begegnen! 😉 Toll war, dass ich ganz nach vorne zum fotografieren konnte. Sie hielten mich wohl für eine Journalistin, da ich mich mit meiner Kamera einfach zu meinen „Kollegen“ stellte.
Nach einem Rundgang auf er Cancha, Cochabambas großem Markt, fuhren wir dann wieder nach Hause.

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