Die dritte Woche

Wieder ist eine gute Woche in Cochabamba vergangen und es ist an der Zeit, Neues zu berichten.

Samstag, 15. September 2012

Wie jeden Samstag hatten wir unser MINKAS-Treffen. Allerdings muss ich mich an die bolivianische Pünktlichkeit wohl noch gewöhnen. Obwohl 15 h ausgemacht war, war ich die Erste. Die anderen trudelten ab halb 4 ein. Als ich mich dann beschwerte, sagte mir ein Jugendlicher: „Hora boliviana – Bolivianische Uhrzeit“.  In Zukunft lasse ich mir auch mehr Zeit…

Als endlich alle versammelt waren, haben wir Memory gespielt. Das spielen hier alle sehr gerne, vor allem die Kleinen, da sie uns Älteren dabei mit ihrem guten Gedächtnis deutlich überlegen sind.

Sonntag, 16. September 2012

Heute nahm mich Padre Gonzalo mit zu einem Treffen der Jugendlichen der Firmvorbereitung. Dieses Mal hatten sie einen Ausflug nach Pairumani geplant, einem Park in ziemlicher Höhe. Das merkte ich dort beim Besteigen des Hügels deutlich. Padre Gonzalo sagte mir dann, dass das der Test für La Paz sei, da ich dort nur hinkönne, wenn ich keine Atemprobleme beim Besteigen hätte. Test bestanden!

Danach gingen wir noch zu einer Sitzung von Jugendleitern in Quillacollo, es ging um die Feier von Urkupiña im August, zu der ich allerdings noch nicht da war.

Montag, 17. September 2012

Diese Woche unterstütze ich Elva in der Küche der Guardería (Kinderkrippe). Als sie mich gefragt hat, was ich kochen kann, habe ich ihr Kartoffelgratin vorgeschlagen, was ich dann auch gemacht habe. Kein Wunder hat das allen Bolivianern geschmeckt – schließlich sind Kartoffeln hier nicht aus dem Speiseplan wegzudenken.

Später gingen wir mit den Kindern zu einer Ausstellung im Kolping-Zentrum, bei der Kindergartenkinder zusammen mit ihren Eltern anlässlich des Geburtstags Cochabambas die verschiedenen Provinzen vorstellten, was für mich sehr interessant war.

Nach dem Apoyo escolar (Hausaufgabenbetreuung / Nachhilfe) ging ich dann zum ersten Mal mit einem Freund aus dem Gemeinde zum Folklore-Tanz-Training in die Stadt. Ich muss wohl noch viel lernen, aber freue mich, etwas typisch Bolivianisches kennenzulernen.

Dienstag, 18. September 2012

Morgens half ich Elva wieder beim Kochen in der Guardería und wir feierten den Geburtstag eines Kindes mit Gesang, Torte und Cola.

Nachmittags war ich wieder mir Hermana Maria Luisa in Uspa Uspa, wo ich bei den Arbeiten half und mit den Kindern spielte. Nach Uspa Uspa fühle ich mich immer ziemlich müde, was nicht nur an der langen Fahrt (1 h pro Weg – ohne Stau) liegt, sondern auch daran, das Uspa Uspa höher als Cochabamba liegt.

Mittwoch, 19. September 2012

Ein normaler Arbeitstag – Guardería und Apoyo escolar, gekürt von einer weiteren Tanzstunde. Die bolivianischen Jugendlichen sind total süß, weil sie mir immer lieb zureden und mir versichern, dass ich bestimmt bald sehr gut tanzen werde.
Donnerstag, 20. September 2012

Heute waren wir mit den Kindern der Guardería in CADECA. Sie fanden es alle ganz toll, vor allem, dass sie sich bei den Spielen so richtig austoben konnten. Ich habe mit ihnen Aramsamsam probiert, da haben alle schön mitgemacht.

Nachmittags hatte ich die Einladung zu einem Freiwilligentreffen einer anderen Organisation, die hier in und um Cochabamba tätig ist. Es war für mich ganz komisch, so viele „Gringos“ auf ein Mal zu sehen, aber auch eine wertvolle Erfahrung, meine Eindrücke mit ihnen auszutauschen und zu sehen, dass sie oft dieselben Dinge beschäftigen wie mich. Das Treffen hat mir aber auch gezeigt, dass es für mich von Vorteil ist, alleine in einem Projekt zu sein und so viel Kontakt zu Bolivianern zu haben, denn viele der Freiwilligen haben noch nicht so viele Kontakte, da sie viel Zeit untereinander verbringen.

Freitag, 21. September 2012

DÍA DE LA PRIMAVERA, DEL ESTUDIANTE Y DEL AMOR

– TAG DES FRÜHLINGS, DES SCHÜLERS UND DER LIEBE

Da heute ein besonderer Tag für die Kinder war, kamen heute Italiener zu uns in die Guardería, um bei uns Pasta Bolognese zu kochen, was Elva und mir die Zeit gab, morgens die Küche / den Essensraum zu putzen und neue Dekoration vorzubereiten.

Und auch im Apoyo escolar haben wir etwas Besonderes für die Schüler organisiert. Wir trafen uns im Kolpinghaus, um zusammen Kekse zu backen, zu spielen und einen schönen und anderen Nachmittag zu verbringen.

Abends entdeckte ich dann mit Freunden zum ersten Mal das cochabambiner Nachtleben. Mir gefällt´s! Ich fand es sehr lustig, dass man nicht, wie in Deutschland, ein Mal am Anfang anstößt, sondern jedes Mal, wenn man einen Schluck trinkt. Manchmal komme ich mir hier vor wie in Deutschland, was die Musik angeht – auch wenn viel Latino-Musik gehört wird, kommen ab und zu Lieder, da man auch in Deutschland oft hört.

Samstag, 22. September 2012

Heute wurde ich von Eli zu ihr nach Hause eingeladen, um etwas Typisches aus der La Paz´er Region zu kochen – Kartoffeln, Bohnen, Mais und gegrillter Käse – wie lecker! Auch die pikante Soße, deren Namen ich leider vergessen habe, durfte natürlich nicht fehlen. Hier bedankt man sich nach jedem Essen – für die Gesellschaft! Ein schönes Ritual!

Später gingen wir zu den MINKAS, wo wieder der Tag des Schülers nachgefeiert wurde. Wir haben für die Kinder und  Jugendlichen Götterspeise zubereitet, das mögen sie hier total.

Abends ging ich dann mit meiner Tanzgruppe nach Tiquipaya, einer Vorstadt von Cochabamba, die ihren 55. Geburtstag feierte, was mit einer „Serenata“ eingeleitet wurde, d.h. ein Fest im Stadium, wo viele traditionelle Tänze, aber auch Hip Hop getanzt und viele bolivianische Lieder gesungen wurden.

Sonntag, 23. September 2012

Heute kamen Sarina und Sabrina, die ihren Freiwilligendienst in Independencia machen, zu Besuch. Wieder hatten wir eine Einladung zum Mittagessen, dieses Mal bei den Schwestern Siervas de San José, die auch in der Pfarrgemeinde wohnen. Sie haben sich viel Mühe mit Kochen gegeben und uns mit leckeren Köstlichkeiten verwöhnt.

Am Nachmittag gingen wir dann in die Stadt auf die Cancha, Cochabambas größten Markt, wo ich einige Dinge kaufte: zwei Schals, einen weiteren Hut und einen Umhängebeutel für Dokumente. Bei den ganzen farbenfrohen Ständen, die bolivianische Artikel verkaufen, hatte ich Lust, den halben Markt leerzukaufen, habe mich dann aber doch beherrscht und dachte, dass ich ja während des Jahres noch genug Zeit für weitere Einkäufe hätte.

Später ging es dann weiter zu einer deutschen Bekannten, die schon seit 30 Jahren in Cochabamba lebt. Es war toll, ihre Geschichte zu erfahren und sie war auch ganz wissbegierig auf Nachrichten aus Deutschland.

Mit einem lieben Gruß aus Cochabamba verabschiede ich mich!

Corinna

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