Monatsarchiv: May 2013

Ostern in Südamerika – Bericht des BDKJ Bamberg

http://pfarrbriefservice.de/pbs/dcms/sites/bdkjbamberg/aktuell/index.html?f_action=show&f_newsitem_id=5395

Fragekatalog Weltreporter

Für das Jugeninformationszentrum aha Ravensburg.

Allgemeines:
Programmart (FSJ, EFD, AuPair…): Welt-Freiwilligendienst
Dauer: 1 Jahr
Land und Ort: Bolivien, Cochabamba

Projekt:
Kurze Beschreibung des Projekts (in eigenen Worten):
Ich arbeite in der Kirchengemeinde Cruz Gloriosa, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, verschiede soziale Projekte anzubieten.
Was sind deine Aufgaben?
Kinderkrippe, Seniorengruppe, mit den Kindern der Stickfrauen, Ministrantengruppenstunde, Teilnahme an Gemeindeveranstaltungen
Was machst du in deiner Freizeit?
Folklore-Tänze lernen, mich mit Freunden treffen, in die Stadt gehen…
Gibt es Seminare und wie findest du sie?
Es gibt 10 Tage Vorbereitungsseminare für alle Weltreisenden, 2 Bolivien-Vorbereitungstage, 5 Tage Zwischenseminar und 5 Tage Rückkehrerseminar. Die Seminare sind meiner Meinung nach sehr sinnvoll, da alle Sorgen und Fragen besprochen werden.

Organisatorisches:
Wie verlief die Vorbereitung/ brauchst du ein Visum?
Es mussten noch die üblichen 1000 kleinen Dinge gemacht werden, wie nochmal alle sehen, Dokumente einscannen, eine Reiseapotheke zusammenstellen… Ein Touristenvisum von 30 bis 90 Tagen bekommt man bei der Einreise, danach muss man beim Konsulat oder bei der Botschaft ein Jahresvisum beantragen, aber das geht dank dem weltwärts-Programm mit wenigen Dokumenten und ohne großen Aufwand.
Wie viel Geld hast du zur Verfügung und reicht es?
Ich bekomme 100 € Taschengeld und 90 € für Miete und Verpflegung, was für Bolivien sehr viel Geld ist. Im Vergleich dazu: Meine Kolleginnen in der Kinderkrippe bekommen zwischen 110 € und 180 € Lohn.
Wie bist du untergebracht?
In einem Frauenhaus.
Hast du eine Ansprechperson bei Problemen?
Ja, die Sozialarbeiterin der Gemeinde.

Land und Leute:

Hast du guten Kontakt zu Einheimischen und hast du Freunde gefunden?
Ja, was daran liegt, dass ich alleine im Projekt bin. Aber es ist schwer, sich mit gleichaltrigen Frauen anzufreunden, da diese immer entweder noch total abhängig von den Eltern sind oder schon Kinder haben…
Was ist anders in deinem Aufnahmeland?
Tausend Dinge. Aber vor allem, dass Bolivien ein riesen großes Chaos ist und am Ende doch fast alles funktioniert. 🙂
Was glaubst du ist typisch für das Land und die Leute?
Das Verplant-Sein, die Spontanität, dass sie gut und gerne tanzen, die Gastfreundschaft, dass IMMER Feste gefeiert werden…
Wie ist das Essen?
Sehr lecker, es gibt viel Kartoffeln, Nudeln, Reis mit Gemüse und Fleisch, wobei es für mich als Vegetarierin manchmal schwer wird… Und ich liebe die schafe Soße, die yachua heißt. Mich nervt es, dass immer alles überzuckert wird…
Hast du die Landessprache gelernt?
Ja, ich konnte aber schon Spanisch, bevor ich nach Bolivien kam. Leider habe ich nicht so viel Quechua gelernt, wie ich eigentlich wollte, aber es reicht, um die Leute zum Lachen zu bringen.
Was war das Schönste, was du bisher erlebt hast?
Das Gefühl, komplett angekommen zu sein und mich nach Reisen auf mein „zu Hause“ in Cochabamba freuen. 🙂
Hast du auch schlechte Erfahrungen gemacht?
Ja, in der Gastfamilie und damit, dass das Profil des Freiwilligen nicht klar war und ich sehr große Erwartungen erfüllen sollte.Aber das konnten wir klären.
Was hast du Neues gesehen oder gelernt?
Kinder in Tüchern tragen und von Hand waschen. 🙂

Persönliches:
Haben sich deine Erwartungen erfüllt?
Ich bin mit wenigen Erwartungen gekommen, da ich nicht enttäuscht werden wollte… Aber Bolivien gefällt mir total!
Hat dich dein Auslandsaufenthalt verändert?
Ich glaube, dass ich das erst merke, wenn ich wieder zu Hause bin.
Was hast du dir für den Rest deines Aufenthaltes noch vorgenommen?
Die Partnerschaft zwischen meiner Heimatseelsorgeeinheit und der Gemeinde hier noch weiter ausbauen und reisen.
Was bringt dir deine Zeit im Ausland für die Zukunft?
Eigenständigkeit, nicht gleich aufgeben, ein weiteres zu Hause

Insider Tipps:
Welche Insider Tipps kannst du Jugendlichen geben, die das Land bereisen möchten?
Bleibt nicht nur unter anderen Touristen, sondern lebt, wenn möglich, eine Zeit lang mit den Leuten. Und denkt nicht, dass alles so billig ist, da ihr euch dann mit eurer Einstellung von den Einheimischen absondert und ihre Lebens- und Denkensweise nicht verstehen werdet.
Bist du zufrieden mit deinem Projekt/ deiner Organisation und würdest sie weiterempfehlen?
Ich mag mein Projekt total, auch wenn es für mich als erste Freiwillige nicht immer ganz einfach war. Ich kann mein Projekt und meine Organisationen weiterempfehlen.
Welche Tipps kannst du Jugendlichen geben, die auch ein (Aupair/ EFD/FSJ i.A. usw.) machen möchten?
Kommt nicht mit der Einstellung an, dass ihr die Welt retten müsst und schaut erst mal, wie die Leute Sachen angehen, bevor ihr euch für schlauer haltet.
Drei Dinge, die du unbedingt mitnehmen würdest?
Fotos von zu Hause, Freunden und Familie, eine Wärmflasche und einen Schlafsack. 🙂